Die Geschichte des Hennesees

Die Veränderung des Hennetals begann 1901 durch den Bau der Hennetalsperre. Im Laufe der Zeit musste die Sperrmauer aber neu gebaut werden. Warum erfahren Sie hier.

Die erste Staumauer des Hennesees wurde in den Jahren 1901-1905 gebaut. Sie hatte damals eine Höhe von 39,4 Metern. Durch den Bau der Talsperre wurde die Landschaft sehr verändert:

  • Die durch die Talsohle verlaufende Landstraße Minden-Koblenz musste höher gelegt werden.
  • Der alte Gutshof Hellern, einige 100 m oberhalb der Mauer gelegen, musste verschwinden; ebenso die noch etwas weiter oberhalb gelegene Pulvermühle der Köln-Rottweiler AG.
  • Die 1863 gebaute Leistenfabrik von Lex, etwas unterhalb des Hellerschen Gutshofes, wird näher zur Stadt hin neu aufgebaut. Unterhalb der neuen Lex-Fabrik entsteht das erste Elektrizitätswerk der Stadt, das "Elektrizitätswerk Meschede GmbH", zu dessen Baukosten die Stadt einen Zuschuss zahlt. Es liefert der Stadt erstmalig elektrischen Strom, und zwar Gleichstrom, erzeugt von zwei Wasserturbinen von je 120 KW.

Doch die erwartete Verhütung der Überflutung der Stadt bei Hochwasser trat nicht ein. Insbesondere 1909 und 1926 wurde die Innenstadt Meschedes von einer erheblichen Überflutung getroffen.
Im Laufe der Jahre wurde die Sperre unterläufig, d.h. undicht. Die Mauer war zwar auf Felsengrund gesetzt, aber in der Tiefe lagen Keratophyrtuff- und Flinzschichten mit Kalkeinschlüssen. Diese Kalkeinschlüsse wurden mit der Zeit ausgewaschen, so dass das Wasser unter der Mauer her entweichen konnte. Wälder von Pestwurz entwickelten sich unterhalb der Mauer. Die Sperre konnte ihren Zweck nicht mehr erfüllen. Zudem bestand auf Dauer die Gefahr, dass die Mauer einbrach. Am 20.12.1948 wurden deshalb alle Drosselklappen geöffnet, um nie wieder zu geschlossen zu werden. Die Talsperre lief leer.
Wegen Gefährdung der unterhalb der Sperrmauer gelegenen Orte, insbesondere der Stadt Meschede, musste 1948 das gesamte noch in der Sperre verbliebene Wasser abgelassen werden. Die Wassernot des Industriegebiets ließ aber eine völlige Aufgabe der Hennetalsperre nicht zu. Also entschloss man sich zu der Radikallösung, einen neuen Staudamm zu errichten und gleichzeitig das Staubecken zu erweitern. Darum wurde die Mauer im Anfang der 50er Jahre ganz abgetragen und weiter oben zur Wasserseite hin ein Damm angeschüttet.
Nach umfangreichen Bodenuntersuchungen wurde 200 m oberhalb ein neuer Damm errichtet, der mit einer Höhe von 60 m und einer Länge von 276 m 38,4 Mio. m³ aufstaut. Im Jahre 1955 begann man mit dem Stauen des Wassers.
Auch der Bau der neuen Talsperre erforderte Änderungen in der Landschaft: Die Dörfer Immenhausen und Enkhausen mussten geräumt werden und wurden an den Hängen neu aufgebaut.

Weitere Informationen finden Sie hier: