Diemelsee der Angel Hot-Spot

Das Angeln vor der malerischen Kulisse des Hochsauerlandes lässt jedes Anglerherz höherschlagen. Idyllische Buchten, Untiefen bis zu einer max. Wassertiefe von 34 m, steil abfallende Böschungen oder flache Uferbereiche bieten abwechslungsreiche Angel Hot-Spots.

Ein Angel-Fjord vor der malerischen Kulisse des Hochsauerlandes

Angelbericht von Daniel Wnendt, Angelguide am Diemelsee

Es ist Ende November, die Wälder färben sich gold-gelb und der Herbst ist in die Sauerländer Berge eingezogen. Das Wasser ist sehr klar, die Wassertemperatur liegt bei 12 Grad und nachts gibt es die ersten Bodenfröste, das ist Raubfischzeit! Wir slippen unser Boot am Strandbad Heringhausen, nahe der Stormbrucher Brücke und machen uns auf zum ersten Spot des Tages. Dies ist eine längslaufende Erhöhung quer durch den Diemelarm, hier vermuten wir die lichtscheuen Stachelritter. Es dauert nicht lange und wir bekommen die ersten Kontakte. Durch die unterschiedlichen Einläufe Itter und Diemel kann es zu unterschiedlichen Wassertrübungen kommen. Die Diemel verläuft durch Felder und die Itter kommt aus dem Wald und somit führt die Diemel nach Regen oft trüberes Wasser. Wer also auf Zander aus ist, sollte sich dann eher im Diemelarm aufhalten.

Die Diemeltalsperre gehört mit ihrem 1,65 Quadrat-Kilometern eher zu den kleineren Talsperren und ist daher auch für Ortsfremde leicht zu erkunden und zu befischen. Die Besonderheit dieser Talsperre ist die gute Angelmöglichkeit für Uferangler. So finden sich entlang des Angelstrandes im Diemelarm und oberhalb der Stormbrucher Brücke im Itterarm zahlreiche Ansitzstellen seinem Hobby zu frönen. Hier wird erfolgreich auf Friedfische wie Brassen, Rotaugen und Karpfen gefischt. Aber auch der Zander wird zum Abend oft mit Köderfischen überlistet.

Nachdem wir den ersten Spot ausgefischt haben, geht es weiter Richtung Stormbrucher Brücke, hier ist immer mit guten Räubern zu rechnen. Vor allem aber ziehen hier die Barsche ihre Bahnen und sind gut an den Brückenpfeilern zu fangen.

Weiter aufwärts des Diemelarms wird es immer flacher, besonders im Juni bis in den Juli hinein ist hier mit guten Hechten und Zandern zu rechnen. Die Zander und Hechte haben nun ihr Laichgeschäft beendet, sind hungrig und stehen noch in den flachen Bereichen des Sees.

Für Uferangler ist es hier sehr schwer zum Erfolg zu kommen und es schlägt die Stunde des Bootsanglers. Bei langsamer Drift bzw. verankertem Boot ist das richtige Rezept, konzentriert den Boden abzujiggen oder die Köder langsam übers Kraut zu führen.

Nachdem wir auch hier jeden Pfeiler genauer unter die Lupe genommen haben, machen wir uns auf den Weg in Richtung Seemitte.   

Auf Seehöhe unterhalb des Aussichtspunktes St. Muffert, kurz bevor sich beide Arme treffen, ist immer ein guter Spot für Hechte. Hier ist es etwa 18-20 Meter tief und der Bereich ist von steil abfallenden Kanten geprägt. Daher fallen besonders hier im Freiwasser immer wieder gute Sicheln auf.

Diese gilt es nun ausdauernd zu befischen, entweder pelagisch oder vom verankerten Boot aus durch "Freiwasserjiggen" oder schnelles „Einleiern“ durch die verschiedenen Wasserschichten. Ich selbst habe immer wieder die Erfahrung gemacht, dass die Räuber zwar Interesse für die Köder zeigten und hochkommen, den Köder in Augenschein nehmen aber wieder abtauchen. Dies ist phantastisch bei der pelagischen Angelei zu beobachten.

Daher ist es immer einen Versuch wert, Sie ausdauernd mit einer aggressiven Köderführung im Freiwasser zu locken. Irgendwann hält es Meister Esox nicht mehr aus und packt zu.

Den Itterarm sollte man sich ebenfalls genauer vornehmen, besonders das gegenüberliegende Ufer des Angelerstrandes ist geprägt von hartem und steinigem Boden. Ein beliebter Standort der Stachelritter, welche sich auch hier am Tag vertikal oder mit dem Drop-Shot-System gut fangen lassen. Bleibt man hier auf Kurs und fährt weiter den Itterarm hinauf, wird es wieder flacher, kurz vor dem ganzjährig geschütztem Schongebiet liegt die Wassertiefe bei etwa 5 Metern und ist ein guter Spot für Hecht.

Entlang des Nord-West-Ufers (Anglerstrand) ist ein guter Spot für Friedfischangler, zum Abend werden hier zudem oft Zander mit Köderfisch gefangen.

Der Bereich vom Treffpunkt der beiden Arme bis zur Staumauer ist der tiefste Bereich der Talsperre. Hier ist es je nach Wasserstand bis zu 36 Meter tief. Als guter Spot wäre in diesem Abschnitt die Taucherbucht zu nennen. Sofern keine Taucher behindert werden, darf dieser Bereich vom Ufer beangelt werden.

Bootsangler sollten sich hier das Freiwasser vornehmen und nach guten Sicheln schauen bzw. verschiedene Wassertiefen durch Schleppangeln absuchen.

Grundsätzlich muss man sagen, dass die Talsperre ein gut zu beangelndes Gewässer ist. Umfangreiche Besatzmaßnahmen sorgen für ein attraktives Angelrevier mit reichen Fangmöglichkeiten. Wegen der kapitalen Aale, Hechte, Zander und Barsche ist das Raubfischangeln am Diemelsee besonders beliebt. Der Fang von armdicken Aalen, Hechten über 1 m, 15-Pfünder-Zandern oder 4-Pfünder-Barschen ist keine Seltenheit und praktisch vom Ufer wie vom Boot aus möglich. Welse von fast 2 m Länge sind im Diemelsee ebenfalls heimisch und lohnen sich für das Nachstellen - auch für Wels-Spezialisten. Im Frühjahr und Sommer ist das Angeln in den ruhigen Flachwasser- und Uferbereichen besonders erfolgsversprechend. Die kälteren Monate des Jahres sind die besten Schleppzeiten für kapitale Raubfische. Der Einsatz von E-Motor und Echolot ist erlaubt.

Aber auch die Friedfischangler finden hier ein Naturidyll, welches jedes Anglerherz höherschlagen lässt.

 

Kurzinformationen zum Angeln am Diemelsee

Fangaussichten:

Hechte, Zander und Barsche sind in der Diemeltalsperre sehr gut. Vor allem der Zander ist für eine Talsperre verhältnismäßig gut zu fangen. Weisfisch und vor allem Brassen kommen häufig vor.

Schwierigkeitsgrad:

Vom Ufer aus haben die Angler gute Möglichkeiten am Anglerstrand, unterhalb des Campingplatzes im Itterarm und oberhalb der Stormbrucher Brücke.

Naturerlebnis:

Eingebettet in die hohen Berge des Sauerlandes liegt er, der Diemelsee - der Natursee der fünf großen Sauerländer Seen. Die Kombination von See und naturnahen Wäldern vermittelt den Anglern gleichermaßen Urlaubsfreuden und Naturverbundenheit in einer nahezu unverbauten Kulisse. Alle Uferbereiche (rund um den Diemelsee = 13,7 km) sind - bis auf ein Naturschutzgebiet im Bereich des Itterarms - frei zugänglich. Unzählige Tier- und Pflanzenarten finden in den Flachwasserzonen und Schilfgürteln im Bereich der beiden Bacheinläufe Itter und Diemel ihren Lebensraum – die ideale Kinderstube für die Fischbrut im Frühjahr. Idyllische Buchten mit Schilfgürteln, Untiefen bis zu einer max. Wassertiefe von 34 m, steil abfallende Böschungsbereiche oder flache naturbelassene Uferbereiche bieten abwechslungsreiche Angel Hot-Spots für Hecht, Zander, Barsch & Co.

Empfohlene Methode für einen Kurzbesuch:

Im Frühsommer am Anglerstrand Spinnfischen auf Hecht, Zander und Barsch. Zum Abend mit Köderfisch auf Zander. Wer möchte, leiht sich ein Boot und schleppt auf die Räuber.

Angelscheinpreise, Schonzeiten & Mindestmaße

Die Angelscheinpreise sind im Vergleich zu anderen Gewässern dieser Größe besonders günstig.

Der 3-Tageserlaubnisschein kostet 11 €, der Jahresschein 90 € und der Jugend-Jahresfischereischein 55 € (Jahresscheine erhalten Sie ausschließlich bei der Tourist-Information Diemelsee).

Die tägliche Fangmenge von Hecht, Zander und allen Forellenarten ist auf höchstens 3 Stück pro Fischart beschränkt.

Keiner Fangbeschränkung unterliegen: Aland, Brachse, Bachschmerle, Döbel, Dreist, Stichling, Flussbarsch, Giebel, Gründling, Güster, Kaulbarsch, Hasel, Karpfen, Rapfen, Rotauge, Ukelei und Wels. 

Schonzeit & Mindestmaß
 
Fischart Schonzeit Mindestmaß
Hecht  01.02.-15.04.  50 cm 
Zander  keine 50 cm 
Meer-, Bach- und Seeforelle   15.10.-31.03. 25 cm (die genannten Forellenarten über 60 cm zurücksetzen)
Karpfen (Wildform)  15.03.-31.05. 45 cm
Aal  01.10.-01.03 50 cm 
Äsche  01.03.-15.05.  30 cm
Nase 15.03.-30.04. 25 cm
Rotfeder  15.03.-31.05.  20 cm
Schleie  01.05.-30.06. 25 cm
Barbe keine 40 cm
Moderlieschen 01.05.-30.06.  
Schmerle 15.04.-30.05.  
     
Hinweis: Vom 01.02. bis 31.05. darf nur mit Wurm- oder Teigangel gefischt werden.

Hinweise für Gäste aus dem Ausland zum Erwerb des Ausländerfischereischein

Durch das Hessische Fischereigesetz wurde der Ausländerfischereischein in Hessen eingeführt. Er wird Personen auf Antrag erteilt, die im Inland keinen Wohnsitz haben oder die dem diplomatischen Corps angehören und ihre Sachkunde, insbesondere durch die Vorlage eines ausländischen Fischereischeins oder Fischereierlaubnisscheins, nachweisen (§ 28 Nr. 3 HFischG). Der Schein hat eine Gültigkeitsdauer von drei Monaten (§ 29 Nr. 3 HFischG). Neben dem Auslandsfischereischein ist zum Angeln für das jeweilige Gewässer, an dem geangelt wird, ein Erlaubnisschein notwendig.

Für die Beantragung des Auslandsfischereischeines sind folgende Unterlagen notwendig:

  • ausl. Fischerei- oder Fischereierlaubnisschein
  • Ausweis oder Reisepass der antragsstellenden Person
  • 1 Passbild
  • 12,50 € Verwaltungsgebühr

Den Auslandsfischereischein können Sie während der Sprechzeiten bei den folgenden Verwaltungen im Bereich des Diemelsees beantragen:

                                  

Auszüge aus den Angelbestimmungen am Diemelsee

Jeder Angler ist ein Naturfreund! Helfen Sie uns mit, die idyllische Landschaft inmitten des Naturparks Diemelsee zu schützen und zu erhalten. Bitte beachten Sie die nachstehend aufgeführten Bestimmungen zum Fischfang sowie die Vorschriften des Hessischen Fischereigesetzes, die Verordnung über die gute fachliche Praxis in der Fischerei und Schutz der Fische, die Talsperrenverordnung und die Gefahrenabwehrverordnung der Gemeinde Diemelsee.

Detaillierte Auskünfte hierzu erhalten Sie bei der Wasserschutzpolizei, Tel. 05623 5437.

Bestimmungen

Außer 2 Handangeln, mit maximal einer Anbissstelle pro Angel, dürfen andere Fischfanggeräte nicht verwendet werden.

Senken für Köderfische ist in einer Größe bis 125 x 125 cm erlaubt.

Die Benutzung von Schleppangeln vom Boot aus ist vom 01.06. bis 31.01. erlaubt.

Vom 01.02. bis 31.05. darf nur mit Wurm- oder Teigangel gefischt werden.

Das Angeln mit lebenden Köderfischen und das Hältern von Fischen sowie die Verwendung lebender Wirbeltiere als Köder zum Fischfang sind verboten.

Setzkeschern sind nach Vorgabe des Hessischen Fischereigesetztes erlaubt.

Ein Verkauf oder Tausch der Beutefische ist nicht zulässig.

Beim Fischfang dürfen die Ufer, die durch aufgestellte Tafeln gekennzeichnet sind, nicht betreten werden. In dem ausgeschilderten Naturschutzgebiet am Einlauf des Itterbaches ist die Ausübung der Sportfischerei verboten, ebenso vor den Brücken, Bootsanlegestellen und sonstigen Bauwerken sowie in den Seitenbächen und von Badeplattformen.

Offenes Feuer, Campen und Lagern sind in der Gemeinde Diemelsee und der Stadt Marsberg nicht erlaubt.

Die Mindestgröße der beim Angeln verwendeten künstlichen Spinnköder (Blinker, Wobbler usw.) ist auf 8 cm festgelegt.

 

Angelscheinausgabestelle (3 Tagesschein)

Tourist-Information Diemelsee, Kirchstr. 6, 34519 Diemelsee-Heringhausen, Tel. 05633 91133

Campingplatz Goldbreite, Kirchstr. 10, 34519 Diemelsee-Heringhausen, Tel. 05633 5529 o.1341

Bootsverleih & Seerundfahrten Koch, Am See 8, 34431 Marsberg-Helminghausen, Tel. 02991 6441

Seehof Knust/Gerling, Kotthausen 34, 34431 Marsberg-Helminghausen, Tel. 02963 327

Angelparadies Diemelsee, Padberger Str. 67, 34431 Marsberg-Helminghausen, Tel. 02991 2149976

Hinweis: Jahresscheine bekommen Sie ausschließlich bei der Tourist-Information Diemelsee, Kirchstr. 6, 34519 Diemelsee-Heringhausen, Tel.: 05633 91133, www.diemelsee.de

Angelfachgeschäft & Angelguide

Angelparadies Diemelsee, Padberger Str. 67, 34431 Marsberg-Helminghausen, Tel. 02991 2149976

Angelguide Daniel Wnendt, Tel. 05235 501763 oder 0179 6785915, www.talsperren-angelguiding.de