Geschichte einer Talsperre

Die spannende Geschichte über den Bau der Biggetalsperre ...

Für den Kreis Olpe begann mit dem Bau der Biggetalsperre ab 1957 eine vielversprechende Zeit in Sachen Tourismus. Bereits 1912 wurde die Listertalsperre fertig gestellt, die heutzutage das Vorbecken der 1965 fertiggestellten Biggetalsperre ist. Das Gesamtsystem umfasst ein Stauvolumen von 171,7 Mio. m³, wovon 21,6 Mio. m³ auf die Listertalsperre und 150,1 Mio. m³ auf die Biggetalsperre entfallen. Mit diesem Stauvolumen ist die Biggetalsperre die größte Talsperre Nordrhein-Westfalens. Sie hat eine Speicheroberfläche von insgesamt 8,76 km2. Beeindruckend sind auch die technischen Daten des Absperrbauwerks:

Höhe des Dammes über der Talsohle: 52 m
Kronenlänge: 640 m
Damminhalt: 1,9 Mio. m³.

Der Bau der Biggetalsperre war jedoch nicht ganz einfach und hatte soziale Auswirkungen auf die Bewohner des Biggetals. Rund 2.550 Menschen mussten ihre Heimat verlassen. Die verlassenen Gebäude wurden von belgischen und britischen Soldaten sowie Pionieren der Bundeswehr gesprengt. Fast 70 km Straßen und Wege wurden neu verlegt, rund 6,5 Mio. m3 Erdmassen bewegt und 8 große Talbrücken sowie 24 kleinere Brücken wurden gebaut. Neue Dörfer, wie z. B. Sondern und Neu-Listernohl, sind entstanden. An Weihnachten im Jahr 1966 schließlich verließ Franz Schnütgen als letzter Talbewohner mit den Worten „Ich bin kein Sperrenfreund“ das Tal. Eben dieser Herr Schnütgen musste bereits 1909 als 20jähriger beim Bau der Listertalsperre zum ersten Mal umziehen.

Heute ist der Biggesee zu einem Naherholungsgebiet geworden, einem Ausflugsparadies für alle Gäste und Einheimischen in der Region. In landschaftlich herrlicher Lage bietet er vielfältige Freizeitmöglichkeiten wie Segeln, Surfen, Schwimmen, Tauchen oder Angeln. Ein einmaliges Erlebnis sind die Rundfahrten mit der Weißen Flotte auf dem Biggesee. Drei Erholungsanlagen sind nicht nur wegen ihrer attraktiven Lage gleich am See, sondern auch wegen ihrer vorbildlichen Ausstattung, die Ferienparadiese aller Campingfreunde.
Doch nicht nur die Camper, sondern auch die Radfahrer wissen die landschaftliche Schönheit des Sees zu schätzen. Je nach Lust und Kondition können längere und kürzere, gefällestärkere und -schwächere Touren entlang des Sees gestartet werden.

Die ausgedehnten Wälder des Naturparks Ebbegebirge rund um den Biggesee bieten Wanderern ideale Voraussetzungen. Rund 400 km gekennzeichnete SGV-Wanderwege sowie die 8 IVV-Rundwanderwege mit einer Gesamtlänge von 165 km durch Laub-, Misch- und Nadelwald geben Gelegenheit zu eindrucksvollen Wanderungen. Auf gespurten Loipen und gewalzter Piste können sich in unmittelbarer Nähe zum See aber auch die Wintersportler austoben.

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